Nachhaltiges Bauen

KfW 40 Förderung 2026: Der komplette Ratgeber zum Effizienzhaus 40 im Neubau

Alles zur KfW 40 Förderung 2026: Konditionen, Anforderungen, QNG-Siegel, Mehrkosten und ob sich ein Effizienzhaus 40 beim Hausbau wirklich lohnt – mit Rechenbeispiel und Checkliste.

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Redaktion
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Was bedeutet KfW 40 – und warum ist es 2026 so wichtig?

Wer 2026 ein Haus baut, kommt an drei Buchstaben nicht vorbei: KfW. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist der wichtigste Fördergeber für energieeffizientes Bauen in Deutschland – und das Effizienzhaus 40 (kurz: EH 40 oder KfW 40) ist der Maßstab, an dem sich Neubauten heute messen lassen müssen.

Die Zahl „40" steht dabei für eine klare Ansage: Ein KfW-40-Haus darf maximal 40 % des Primärenergiebedarfs verbrauchen, den ein vergleichbares Referenzgebäude nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) benötigen würde. Zusätzlich muss der Transmissionswärmeverlust – also die Wärme, die durch Wände, Dach und Fenster nach außen dringt – um mindestens 45 % niedriger sein als beim Standard-Referenzgebäude.

Das klingt abstrakt, bedeutet aber ganz konkret: weniger Heizkosten, höherer Wohnkomfort, besserer Immobilienwert – und Zugang zu attraktiven staatlichen Fördermitteln.

Die aktuelle Förderung 2026: Programm „Klimafreundlicher Neubau"

Die zentrale Förderung für den Neubau eines Effizienzhauses 40 läuft über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude" (Kredit Nr. 297 für Eigennutzung, Nr. 298 für Vermietung/Verkauf). Für 2026 stellt der Bund ein Budget von 1,1 Milliarden Euro bereit.

Was wird gefördert?

  • Bau eines neuen Wohngebäudes im Effizienzhaus-40-Standard
  • Ersterwerb eines neu gebauten Effizienzhauses 40 (innerhalb von 12 Monaten nach Bauabnahme)

Die zwei Förderstufen im Überblick

FörderstufeAnforderungMax. Kredit pro Wohneinheit
Klimafreundliches WohngebäudeEffizienzhaus 40 + keine fossilen Brennstoffe100.000 €
Klimafreundliches Wohngebäude mit QNGEH 40 + QNG-Siegel + keine fossilen Brennstoffe150.000 €

Der entscheidende Unterschied: Wer zusätzlich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) nachweist, erhält einen 50 % höheren Kreditrahmen – 150.000 € statt 100.000 € pro Wohneinheit.

Konditionen des KfW-Kredits

  • Finanzierungsanteil: Bis zu 100 % der förderfähigen Kosten
  • Laufzeit: Bis zu 35 Jahre
  • Zinsbindung: Bis zu 10 Jahre
  • Zinssatz: Deutlich unter Marktniveau – der Zinsvorteil kann bis zu 1,5 Prozentpunkte gegenüber dem aktuellen Marktzins betragen
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: Bis zu 5 Jahre möglich

Wichtig: Es handelt sich um einen zinsvergünstigten Kredit, nicht um einen Zuschuss. Die Förderung besteht im günstigen Zinssatz und der langen Laufzeit. Einen direkten Tilgungszuschuss wie früher bei der Effizienzhaus-Förderung gibt es im KFN-Programm für Neubauten nicht mehr.

Was steckt hinter dem QNG-Siegel?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatlich anerkanntes Zertifikat, das über die reine Energieeffizienz hinausgeht. Es bewertet ein Gebäude ganzheitlich nach Nachhaltigkeitskriterien:

Anforderungen für QNG-PLUS und QNG-PREMIUM

  • Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus (Bau, Nutzung, Rückbau)
  • Primärenergiebedarf über den Lebenszyklus
  • Nachhaltige Materialwahl – Vermeidung von Schadstoffen und umweltbelastenden Baustoffen
  • Barrierefreiheit und Raumluftqualität
  • Ressourcenschonende Bauweise

Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Stellen wie die DGNB, NaWoh oder BNK. Die Kosten für die QNG-Zertifizierung liegen je nach Projekt bei 5.000–15.000 € – die sich durch den erhöhten Kreditrahmen von 150.000 € schnell rechnen können.

Seit 2026 gilt: Für die Förderantragstellung ist eine vollständig geprüfte QNG-Zertifizierung zwingend erforderlich. Vorab-Bestätigungen reichen nicht mehr aus.

Diese Anforderungen muss ein KfW-40-Haus erfüllen

Energetische Anforderungen

KennwertAnforderung KfW 40Zum Vergleich: GEG-Referenz
PrimärenergiebedarfMax. 40 % des Referenzgebäudes100 %
Transmissionswärmeverlust (H'T)Max. 55 % des Referenzgebäudes100 %
Erneuerbare EnergienPflicht (keine fossilen Brennstoffe)Mindestanteil nach GEG

Was das in der Praxis bedeutet

Um den KfW-40-Standard zu erreichen, sind typischerweise folgende Maßnahmen erforderlich:

Gebäudehülle:

  • Außenwände mit U-Wert ≤ 0,15 W/(m²K) – deutlich besser als die GEG-Anforderung von 0,24
  • Dach mit U-Wert ≤ 0,12 W/(m²K)
  • Bodenplatte / Kellerdecke mit U-Wert ≤ 0,15 W/(m²K)
  • Dreifach verglaste Fenster mit Uw ≤ 0,80 W/(m²K)
  • Konsequente Vermeidung von Wärmebrücken
  • Hohe Luftdichtheit (Blower-Door-Test: n50 ≤ 0,6 h⁻¹)

Haustechnik:

  • Wärmepumpe (Luft-Wasser oder Sole-Wasser) als Heizsystem – Öl, Gas und Biomasse sind ausgeschlossen
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG ≥ 80 %)
  • Optional: Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung

Planung:

  • Einbindung eines Energieeffizienz-Experten aus der dena-Expertenliste (Pflicht)
  • Für QNG: zusätzlich ein Nachhaltigkeitsberater

Neu seit Dezember 2025: KfW 55 im Neubau wieder förderfähig

Eine wichtige Neuerung: Seit dem 16. Dezember 2025 fördert die KfW befristet auch den Effizienzhaus-55-Standard im Neubau – ebenfalls unter den Programmen 297/298. Die Bedingungen:

  • Baugenehmigung muss vor der Antragstellung vorgelegen haben
  • Keine Heizung mit fossilen Brennstoffen (wie beim EH 40)
  • Maximaler Kredit: 100.000 € pro Wohneinheit (kein QNG-Aufschlag)

Das EH 55 ist für Bauherren interessant, die den strengeren KfW-40-Standard nicht ganz erreichen, aber dennoch von der Förderung profitieren möchten. Allerdings ist diese Stufe befristet – wer langfristig plant, sollte direkt auf KfW 40 setzen.

Was kostet ein KfW-40-Haus wirklich?

Die entscheidende Frage für jeden Bauherrn: Wie viel teurer wird ein KfW-40-Haus im Vergleich zu einem Standardneubau?

Baukosten 2026 im Überblick

KostenpositionStandardneubauKfW-40-HausDifferenz
Baukosten (schlüsselfertig, 140 m²)ca. 350.000–420.000 €ca. 380.000–480.000 €+20.000–100.000 €
Mehrkosten Dämmungca. 8.000–15.000 €Stärkere Dämmung + bessere Fenster
Mehrkosten Haustechnikca. 10.000–25.000 €Wärmepumpe + Lüftung mit WRG
Energieberaterca. 3.000–6.000 €Pflicht für Förderantrag
QNG-Zertifizierungca. 5.000–15.000 €Nur für erhöhten Kredit

Die Mehrkosten gegenüber einem Standard-GEG-Neubau liegen typischerweise bei 20.000–100.000 €, abhängig von Gebäudegröße, Bauweise und gewählter Haustechnik. Im Verhältnis zu den Gesamtbaukosten entspricht das etwa 5–15 %.

Rechenbeispiel: Lohnt sich KfW 40?

Nehmen wir ein Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche:

PositionBetrag
Baukosten KfW 40 (schlüsselfertig)430.000 €
Grundstück150.000 €
Baunebenkosten (ca. 15 %)65.000 €
Gesamtinvestition**645.000 € **
KfW-Kredit (mit QNG)150.000 € zu ca. 1,0 %
Bankkredit (Rest)495.000 € zu ca. 3,5 %
Zinsersparnis durch KfW-Kredit (über 10 Jahre)ca. 30.000–37.000 €
Energiekosteneinsparung (pro Jahr vs. GEG-Standard)ca. 800–1.200 €
Einsparung über 30 Jahre (Zins + Energie)ca. 60.000–75.000 €

Bei Mehrkosten von 30.000–50.000 € für den KfW-40-Standard gegenüber einem Standardneubau ergibt sich: Das KfW-40-Haus rechnet sich über die Laufzeit – und das vor der zusätzlichen Wertsteigerung der Immobilie.

Schritt für Schritt: So beantragen Sie die KfW-40-Förderung

1. Energieeffizienz-Experten einbinden

Bereits in der Planungsphase einen zertifizierten Experten aus der dena-Expertenliste hinzuziehen. Dieser berechnet den Energiebedarf und erstellt die „Bestätigung zum Antrag" (BzA).

2. Optional: QNG-Berater beauftragen

Für den erhöhten Kreditrahmen (150.000 €) ist ein Nachhaltigkeitsberater erforderlich, der die QNG-Kriterien von Anfang an in die Planung einbezieht.

3. KfW-Kredit beantragen – VOR Vertragsabschluss

Der Antrag wird über Ihre Hausbank gestellt. Entscheidend: Der Antrag muss eingereicht und bewilligt sein, bevor der Bau- oder Kaufvertrag unterschrieben wird.

4. Bau nach Plan durchführen

Der Energieeffizienz-Experte begleitet den Bau und stellt sicher, dass die KfW-40-Anforderungen eingehalten werden.

5. Nachweis erbringen

Nach Fertigstellung reichen Sie die „Bestätigung nach Durchführung" (BnD) und ggf. das QNG-Zertifikat bei der KfW ein.

Häufiger Fehler: Viele Bauherren unterschreiben den Bauvertrag, bevor der KfW-Kredit bewilligt ist. Dann ist die Förderung verloren! Immer zuerst den Förderantrag stellen.

KfW 40 vs. KfW 55: Welcher Standard ist der richtige?

KriteriumKfW 55 (befristet)KfW 40KfW 40 + QNG
Primärenergie55 % des Referenzgebäudes40 %40 %
Max. Kredit100.000 €100.000 €150.000 €
ZukunftssicherheitBefristet, wird verschärftLangfristiger StandardPremium
EnergiekostenGutSehr gutSehr gut
MehrkostenGeringModeratModerat + Zertifizierung
WertsteigerungMittelHochSehr hoch

Unsere Empfehlung: Wer 2026 neu baut, sollte direkt auf KfW 40 setzen. Die Mehrkosten gegenüber KfW 55 sind überschaubar (ca. 5–7,5 %), und die langfristigen Vorteile – niedrigere Energiekosten, höhere Fördersumme mit QNG, bessere Zukunftssicherheit – überwiegen deutlich.

Die Rolle der Fenster im KfW-40-Haus

Ein oft unterschätzter Faktor bei der KfW-40-Planung sind die Fenster. Sie machen typischerweise 15–25 % der Gebäudehülle aus und sind damit der energetisch sensibelste Bereich.

Für den KfW-40-Standard sind Fenster mit einem Uw-Wert ≤ 0,80 W/(m²K) erforderlich – das erreichen moderne Kunststoff- und Aluminium-Systeme mit Dreifachverglasung. Systeme wie das Schüco FocusIng mit seinem Uw-Wert unter 0,80 W/(m²K) sind beispielsweise für den KfW-40-Standard geeignet.

Wichtig bei der Fensterwahl:

  • Dreifachverglasung ist bei KfW 40 Standard (Ug ≤ 0,6 W/(m²K))
  • Thermisch getrennte Rahmenprofile für minimale Wärmebrücken
  • Fachgerechte RAL-Montage – das beste Fenster verliert seinen Wert bei schlechtem Einbau
  • Am besten über einen erfahrenen Fachbetrieb einbauen lassen, der sowohl die Produktqualität als auch die Montage garantiert

Checkliste: KfW-40-Förderung richtig nutzen

  • Frühzeitig planen: Energieeffizienz-Experten bereits in der Entwurfsphase einbinden
  • Förderstufe klären: KfW 40 oder KfW 40 + QNG? → Kosten-Nutzen-Analyse machen
  • Antrag VOR Vertragsabschluss: Niemals Bau- oder Kaufvertrag vor KfW-Zusage unterzeichnen
  • Keine fossilen Brennstoffe: Wärmepumpe + Lüftungsanlage als Standardkombination planen
  • Fenster und Dämmung abstimmen: Uw ≤ 0,80, konsequente Wärmebrückenvermeidung
  • Luftdichtheit sicherstellen: Blower-Door-Test einplanen
  • Photovoltaik prüfen: Verbessert die Energiebilanz und kann den PV-Pflicht-Anforderungen genügen
  • QNG-Zertifizierung beauftragen: Für den erhöhten Kreditrahmen von 150.000 €
  • Nachweise dokumentieren: Alle Unterlagen für BzA und BnD sorgfältig sammeln
  • An Förderkombinationen denken: KfW-Kredit mit Landesförderung kombinierbar? Beim Energieberater erfragen

Fazit: KfW 40 ist 2026 der goldene Standard

Die KfW-40-Förderung ist kein Nice-to-have, sondern ein strategischer Vorteil für jeden Neubauplaner. Ein zinsvergünstigter Kredit von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit, langfristig niedrigere Energiekosten und ein zukunftssicherer Immobilienwert machen das Effizienzhaus 40 zur wirtschaftlich klugen Entscheidung.

Die drei wichtigsten Takeaways:

  1. KfW 40 baut man nicht optional – es ist der aktuelle Förderstandard für Neubauten und der Schlüssel zu günstigem Baugeld
  2. QNG lohnt sich fast immer – der erhöhte Kreditrahmen von 150.000 € wiegt die Zertifizierungskosten von 5.000–15.000 € mehr als auf
  3. Der Zeitpunkt ist entscheidend – Förderantrag immer vor dem Bauvertrag stellen, sonst verfällt der Anspruch

Tipp der Redaktion: Lassen Sie sich nicht von den Mehrkosten abschrecken. Ein KfW-40-Haus mit QNG-Siegel spart über 30 Jahre ein kleines Vermögen an Energiekosten und profitiert vom günstigsten Baugeld, das der Markt zu bieten hat. Die Investition rechnet sich – nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell.

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